Star Trek (2009)
Unter Fans heißt es, die "Star Trek"-Filme mit einer ungeraden Zahl hinter dem Titel seien die schlechten. Der nunmehr elfte Serienteil bricht mit dieser Tradition. Aber J.J. Abrams sieht seinen Streifen ohnehin nicht als Fortsetzung, sondern vielmehr als Neustart der kultigen Scifi-Reihe. Und die ist dem "Lost"-Erfinder und neuen Regie-Wunderkind durchaus gelungen.Schon der ebenso spektakuläre wie dramatische Auftakt macht deutlich: Von dem behäbigen Erzähltempo der früheren Filme ist im neuen "Star Trek" nichts zu spüren. Abrams setzt von Beginn an auf große Schaumomente, reichlich Action und oscar-würdige Spezialeffekte. Dabei versteht er es vorbildlich, seine drastisch verjüngte Schauspieler-Riege dem Publikum vorzustellen und in die Fußstapfen ihrer großen Vorbilder treten zu lassen. Vor allem Chris Pine überzeugt als junger rebellischer James T. Kirk. Und auch "Heroes"-Bösewicht Zachary Quinto macht als neuer Spock eine gute Figur. Allerdings hätte es keinen Superstar wie Eric Bana gebraucht, um den fiesen Romulaner Nero darzustellen -- dessen Rolle in der (manchmal etwas unlogischen) Handlung ist schlicht zu flach.
"Star Trek"-Fans dürfen sich über eine Reihe netter Anspielungen und Running-Gags freuen, etwa die ständigen Streitereien zwischen Spock und Pille, großartig gespielt von "Herr der Ringe"-Recke Karl Urban. Auf der anderen Seite dürfte Serien-Veteranen die brachiale Action sauer aufstoßen -- so wenig Diplomatie gab's in "Star Trek" noch nie. Auch das ständige Abdriften in die Komödie sorgt zwar für Schmunzler, passt aber nicht ganz zur Marke (von den witzigen Momenten im vierten Film "Zurück in die Gegenwart" mal abgesehen).Sei's drum: "Star Trek" ist ein hervorragend gemachter, technisch herausragender Science-fiction-Film, der sich durch seine gute Regie und Besetzung hervortut und den Zuschauer dank seines hohen Tempos ständig bei der Stange hält. Gibt 4 von 5 Danis.
Labels: Filme


6 Comments:
Seh ich auch so. Der Film macht einfach Spaß.
Böh, Star Trek... is ja noch schlimmer als Star Wars :)
@moor: tsts ;)
Auch wenn mir Zeitsprünge sauer aufstoßen, da sie so derartig viel Charakterentwicklung wegnehmen...
Ich würde auch um die 4 von 5 geben.
Ja, es war undiplomatisch und zum Großteil unwissenschaftlich, aber es war große Unterhaltung und exzellente Charakterinszenierung - und damit haben die letzten beiden Filme, die den ersten Mangel auch hatten, nicht punkten können. ^_^
Auch die Trennung von der alten Zeitlinie hat gar keinen so banalen Grund, wie einige Trekkies schimpfen.
Edith Keeler hat es ja gezeigt - und Auswirkungen der Situation im Film auf Kirk allein beschränken zu wollen wäre ja, als würde man behaupten, es würde ja gar keinen Einfluss auf Leute außerhalb der Bekanntschaftskreise von Personen haben, die in Flugzeugen sitzen, die irgendwo in Türme rasen. -_-'
Drum: Wenn die Regel noch gilt, dass die TOS-Crew nur in Filmen mit ungerader Zahl richtig auftrumpft, bin ich gespannt. ^_^
Star Trek war doch immer schon ziemlich humorig. Sowohl in den Serien als auch in den Kinofilmen (den ersten mal ausgenommen) ging es immer ziemlich witzig zur Sache.
Würde mich schon als Trekkie bezeichnen und Enterprise war mir immer einen Tick zu Aggresiv. Gegen diesen absolut brillianten Neuanfang habe ich aber wenig einzuwenden.
Der König ist tot, lang lebe der König!
Freunde, im Vergleich zu dem Kaugummi-Universum von Star Wars hat Star Trek trotz schlecht sitzenden Aerobic-Anzügen und allmächtigen Portal-Computerstimmen doch fast schon epische Herr-Der-Ringe Ausmaße! Ist das genial, die Crew in ihren Anfängen zu porträtieren! Live long and prosper kann ich da nur sagen!
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