Samstag, August 30, 2008

Zettelwirtschaft

Es muss ein unglaublich undankbarer und frustrierender Job sein, in der Fußgängerzone Zettel zu verteilen, Umfragen und Gewinnspiele zu machen oder jemandem ein Handy, Internet-Anschluss, eine Versicherung oder Waschmaschine zu verkaufen. Zumindest mir geht es tierisch auf den Geist, wenn sich mir jemand in den Weg stellt und mit einstudiertem Grinsen "Haben Sie kurz Zeit?" säuselt. Auch wenn das sicher der Fall ist (hat man es in einer Shopping-Meile doch eher selten eilig), lüge ich jedes Mal, dass es gerade in diesem Moment arg unpassend sei. Ich meine, was soll das auch? Will ich einen DSL-Vertrag, gehe ich in einen dementsprechenden Laden. Umfragen, zu was auch immer, bringen auch nur mit immensen Teilnehmerzahlen und sinnvoll zusammengestellten und ausgewerteten Fragen etwas. Und Gewinnspiele? Als ob da außer Werbung je was mitzunehmen wäre. Ich hab mir schon angewöhnt, in der Münchner Kaufingerstraße weite Strecken mit dem Handy am Ohr entlang zu gehen. Dann wird man wenigstens nicht angequatscht.

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8 Comments:

At August 30, 2008 5:53 PM, Blogger Sebastian Herold said...

Mir wollte einmal ein junger blonder Mann mit niedeländischem Akzent das Buch Mormon andrehen...

@ Daniel: Das ist nun schon der dritte Eintrag hintereinander mit nur einem Wort als Überschrift. Soll das so eine Art Trilogie darstellen?^^ Thematisch sind schonmal keine Gemeinsamkeiten festzustellen... Aber man weiß ja nie. Weltherrschaft und so :-)

 
At August 30, 2008 7:10 PM, Anonymous Anonym said...

Jaja, die Münchner Kaufingerstraße ist mir da nur zu gut bekannt. Ich hab ständig "Vorstellungsgespräche" wenn einer was will.^^
Einmal, als ich 5h nix zu tun hatte hab ich sogar bei diesen Umfrageleuten mitgemacht, war aber die 3€ nicht wert, da die halbe Stunde zu verbringen.^^ Seitdem halte ich schon immer Ausschau nach den Klemmbrett-Menschen und ziehe große Bogen, bzw. wenn ich vom Stachus zum Marienplatz oder so will geh ich oft die Herzog-Spital-Straße (zumindest heißt die beim Stachus noch so) entlang, weniger los und keine dummen Fragen. :D

 
At August 30, 2008 9:39 PM, Anonymous Anonym said...

Normalerweise habe ich mir schon eine gute Strategie zugelegt, für den Fall, dass ich auf der Strasse angesprochen werde. Quatscht mich einer von der Seite an oder stellt sich mir gar in den Weg, frag ich kurz und klar: «Geld oder Unterschrift?» Wenn dann ein fragendes «Hä?» zurück kommt, werde ich deutlicher: «Was wollen Sie von mir: Geld oder eine Unterschrift?»

Da ich selber engagierter Jungpolitiker bin, nehme ich mir jeweils gerne die Zeit, mich über eine Volksinitiative oder eine Petition zu informieren und geize in solchen Fällen auch nicht mit meiner Unterschrift. Geht es aber um Geld, mache ich klar, dass ich davon selber erst mal mehr brauche, bevor ich es weiterzugeben beginnen kann.

Wo diese Strategie aber leider nicht greift, ist genau bei den von dir beschriebenen Kaufvertrags-Andrehern. So jemand hat meiner Meinung nach auf der Strasse wirklich nichts verloren. Wenn sich jemand nach einem neuen Vertrag umsehen will, wird er dies auch tun, wenn ihm nicht zufällig jemand auf der Strasse einen anbietet.

Bei solchen Zeitgenossen (fast alle hierzulande sind trotz der wohl höheren Verkaufschancen hübscher Frauen nämlich männlich) werde ich auch schon mal ungemütlich und erwidere das Wort gar nicht erst, sondern setze meinen Weg unbeirrt fort - selbst wenn er mir noch nicht wieder freigegeben worden ist. ;-)

Bemitleiden tu ich die Leute, die sich so einen Job ausgesucht haben, konquequenterweise nicht. All die Strassenarbeit, die ich leiste, ist im Gegensatz zu deren gänzlich unbezahlt und begründet sich rein aus politischer Motivation. Okay, ich suche mir dazu nach Möglichkeit Schönwettertage aus, aber das wars auch schon mit den Vorteilen. ^^

 
At August 30, 2008 10:04 PM, Blogger DasDaniel said...

@sebastian: hm, interessante Theorie. ;-)
@felix: guter Tipp. Danke *g*
@chimendez: wie wahr. wie wahr...

 
At August 31, 2008 3:07 PM, Blogger Tobi said...

Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

 
At August 31, 2008 3:13 PM, Blogger Tobi said...

Ich finds immer lustig zu sehen, das ~20m vor und ~20m nach diesen "Zettel-verteilenden-Menschen", die ganzen Flyer, die einige aus Höflichkeit angenommen haben, wieder in Mülleimern und auf dem Boden auftauchen.

Ich geh an denen immer wortlos vorbei oder sag wie es ist.
"Haben sie kurz Zeit für eine kleine Umfrage?"
"Nein."

Wozu sich die mühe machen und eine Ausreden ausdenken.

 
At August 31, 2008 7:42 PM, Anonymous Anonym said...

Hab den Job selber bestimmt 4 Monate (immer in den Ferien) gemacht und Probe-Zeitungsabos an den Mann gebracht.
Ist wirklich ein harter Sch***job, ich hab ihn gehasst.
Aber gibt halt ganz ordentlich Provisiongeld und dafür macht mans dann halt.

Seitdem bin ich eigentlich auch nicht mehr so unfreundlich zu sonen Leuten, wenn man selber weiß wies is...

 
At September 02, 2008 6:20 PM, Anonymous Anonym said...

"Und Gewinnspiele? Als ob da außer Werbung je was mitzunehmen wäre."

Link: www.gamestar.de/magazin/mitmachkarte

lg
stef

*gg*

 

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