Wenn Firmen zu groß sind
Vor vier Wochen habe ich über die Presse-Hotline der Telekom die Unterlagen für ein iPhone 4G nebst Journalisten-Tarif angefordert. Bereits einen Tag später lag das benötigte Material in meinem eMail-Fach. Hoch motiviert füllte ich die gefühlt 20 Seiten aus, verteilte gefühlt 20 Unterschriften und verkaufte damit meine Seele an den Telekom-Konzern. Oder Apple. Oder beiden.
Dann hieß es warten. Eine Woche verging, zwei Wochen, schließlich drei. Eine Rückmeldung oder gar Bestätigung, dass meine Bestellung in Arbeit sei, blieb aus. Also rief ich nochmals bei der Presse-Hotline an. Man müsse das checken, ich bekäme tagsdarauf einen Rückruf. Ein Tag verging, zwei Tage, schließlich drei.
Ich rief zurück. Man müsse das checken, ich bekäme einen Rückruf. Aber möglichst schnell, forderte ich mit Nachdruck. Tatsächlich klingelte 45 Minuten später das Telefon. Es folgte eine schlechte Nachricht: Meine Unterlagen seien nie bei der Telekom eingegangen, sprich: Ich habe einen Monat umsonst gewartet.
Gemäß des Mottos "Und täglich grüßt das Murmeltier" habe ich eben den Auftrag (gefühlte 20 Seiten) erneut ausgefüllt und abgeschickt. Bin gespannt, was dieses Mal damit passiert.
Labels: Persönliches


10 Comments:
Dieses Mal aber hoffentlich per Einschreiben. ;)
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Also hast du deine Seele im Endeffekt zwei Mal verkauft? Ich hoffe das führt zu keinen himmlischen Rechtsschwierigkeiten mit dem Teufe...ähh ich meine der Telekom.
...daß das iPhone 4 eine Wartezeit von ca. 9 Wochen hat - ab Antragseingang -, weiß Du ja, oder? Oder gilt das
http://www.t-mobile.de/iphone/
nur für Privatkunden, weil alle iPhones an Journalisten gehen? ;))
Und am Ende kriegste zwei iPhones. ;)
Hast du diesmal mit Nachdruck "möglichst schnell" dazugeschrieben - scheint ja hilfreich zu sein...
In solchen Momenten, muß ich immer an einem Kumpel denken, der bei Apple im Marketing gearbeitet hat und meinte, das Wohlwollen der Tester hängt weniger vom Produkt sondern von der Üppigkeit des Presseevents ab.
Hm, ich hab mir mein iPhone im Apple Store gesichert. Die haben (zumindest in Frankfurt) aktuell auch iPhones da, man muss net zwangsläufig über die Telekomshops oder die Internetseite gehen. Die bieten da zwar nur ganz "normale" Tarife für den Privatkunden an. Aber nach Freischaltung hab ich bei der Telekomhotline angerufen, gesagt, dass ich noch Student bin und deswegen in den Friends Tarif wechseln will. Ging ohne Probleme und sofort... Vielleicht als Tipp, aber kp ob das bei Journalistentarifen so einfach geht ;-)
Nicht nur bei großen Firmen. Hab mir bei ner Merchandiseseite von ner Band nen Pulli bestellt ... 50€ natürlich sofort überwiesen, weil erst Lieferung wenn bezahlt. 2 Wochen nix, E-Mails geschickt, insgesamt 4 Stück. Keine Antwort. Seite nochmal gecheckt, 100pro der offizielle Shop, Pullover nicht mehr im Sortiment, keine Telefonnummer angegeben, keine Adresse ... Geld weg? Vermutlich! Argh
Warum erhält ein (Spiele-)Journalist einen "Journalistentarif" bei der Telekom/Apple?
Ich neide niemandem einen kleinen finanziellen Vorteil, aber die Intention hinter solchen Tarifen ist so derart offenkundig, dass jeder, der sich ernsthaft als Journalist bezeichnet, einen solchen Tarif auf keinen Fall nutzen sollte. Und da hilft auch kein Schönreden.
Und die Tatsache, dass es fast jeder (nicht nur Spielejournalist) trotzdem tut, zeigt ganz wunderbar, was von all den wir-sind-unabhängig, ehrlich, kritisch, oder sonstwie ganz toll-Versprechen beinahe aller Medienvertreter in Wahrheit zu halten ist.
Viel Spaß bei mit der kleinen Korruption für Anfänger!
Kommentar veröffentlichen
<< Home