Goldjungen
Die Academy ist ja immer wieder für Überraschungen gut. In der Regel für böse Überraschungen. Alfred Hitchcock, Stanley Kubrick, Robert Altman und Sergio Leone -- allesamt gehörten sie ohne Zweifel zu den größten Filmemachern aller Zeiten. Gab's einen Oscar für diese Legenden? Allenfalls Ehren-Trophäen. Traurig, wenn man sich als Jury so rausretten muss. Einer aus dieser Riege ist bzw. war auch Martin Scorsese. Sieben mal nominiert und trotzdem immer verloren. In der Regel gegen Clint Eastwood, der im letzten Jahr mit dem stark überschätzten "Million Dollar Baby" abgeräumt hatte. Doch endlich hat die Academy, deren Durchschnittsalter auf über 60 geschätzt wird (was deren Liebe zu Musicals, historischen Epen und Dramen erklären würde), dem Herrn Scorsese endlich seinen längst verdienten Goldjungen gegeben. Und das gleich doppelt: Der grandiose Cop-Thriller "The Departed" räumte in den Königsdiziplinen "Beste Regie" und "Bester Film" ab. Zwei weitere gab's für den Filmschnitt und das adaptierte Drehbuch. Glückwunsch.
Aber wo war ich vorhin? Ach ja, die Überraschungen. Davon gab's gestern Nacht noch mehr: Der spanisch-mexikanische Fantasyfilm "Pans Labyrinth" gewinnt drei mal (Kamera, Maske, Art Direction), Pixar bekommt mit "Cars" ausnahmsweise mal keine Auszeichnung, das siebenfach nominierte Meisterwerk "Babel" wird nur einmal (!) mit einem Oscar gewürdigt, und mit "Das Leben der Anderen" räumt ein deutscher Streifen in der Kategorie "nicht englischsprachiger Film" ab. Bis zum nächsten Jahr dann...






