And the Oscar goes to...
...niemandem, von dem man es nicht erwartet hätte. Wären Wetten möglich gewesen, wäre ich jetzt Millionär. Wobei, vielleicht doch nicht. Denn jede Menge Leute hätten wohl genauso getippt wie ich.
Dass zum Beispiel "The King's Speech" die vier wichtigsten Preise abstaubt, nämlich für den besten Film, die beste Regie, das beste Originaldrehbuch und Colin Firth als besten Hauptdarsteller, war so klar wie die Tatsache, dass Historiendramen und Biopics ohnehin immer die Lieblinge der (rustikalen) Academy-Jury sind.
Auch dass Natalie Portman ihren ersten Oscar gewinnt, war angesichts des anhaltenden Hypes um das bizarre Tanzdrama "Black Swan" nicht wegzudenken. Ich bin froh über diese längst überfällige Auszeichnung; Ms. Portman ist die beste Schauspielerin ihrer Generation.
"Toy Story 3" gewann den Preis für den besten Animationsfilm. Geschenkt, kam ja von Pixar, die müssen schließlich in jedem Jahr ausgezeichnet werden. Keine Frage, die Jungs sind klasse, doch ihr drittes Spielzeug-Abenteuer hat diesen Oscar nicht verdient. Und dass der brillante "Ich, einfach unverbesserlich" nicht mal nominiert war, ist geradezu skandalös.
Bei acht Nominierungen war fast klar, dass auch Christopher Nolans "Inception" den einen oder anderen Preis bekommt. Da der Film aber bei den Golden Globes komplett übergangen wurde, war noch klarer, dass es bei den Oscars wohl nur in den technischen Kategorien Trophäen regnet. Und siehe da: Spezialeffekte, Tonschnitt, Ton und Kamera. Alles zu Recht, wie ich finde. Aber dennoch ein Zeichen dafür, dass "Inception" der zweitgrößte Verlierer des Abends war.
Der größte indes -- und das war die einzige Überraschung -- ist das völlige Leerausgehen des bildgewaltigen Western-Remakes "True Grit". Und das bei satten zehn Nominierungen. Sehr sehr schade.
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