Freitag, Oktober 30, 2009

Für die Forschung

Mist, zu spät ausgewichen. "Guten Tag," schallt es mir in der Münchner Fußgängerzone entgegen. "Haben Sie kurz Zeit für einen Geschmackstest?" Bevor ich verneinen kann, legt die adrett gekleidete Mittvierzigerin nach: "Es dauert nur sieben Minuten." Aha. Warum nicht sechs oder acht? "Sie bekommen drei Softdrinks zur Probe. Zwei davon sind identisch, der dritte unterscheidet sich leicht. Sie sollen die Abweichung benennen." Das widerum klang recht spannend. Ich willige ein. Sichtlich zufrieden zieht mich die Dame weg vom Trubel in eine schmale Seitengasse zu einer abgelegenen Tür. "Wie alt sind Sie? Konsumieren Sie öfters Cola oder andere zuckerhaltigen Getränke?" Es geht in einen Aufzug, für dessen Beschreibung "rustikal" noch schmeichelhaft wäre und in dem gerade mal eineinhalb Personen Platz fanden. "Wann haben Sie das letzte Mal etwas stark Fetthaltiges gegessen? Nehmen Sie zur Zeit sinnesbeeinträchtigende Medikamente?" Im vierten Stock angekommen finde ich mich in einem sterilen Flur wieder, in dem durch Leuchtstoffröhren und den scharfen Geruch von Reinigungsmitteln sofort Klinik-Atmosphäre aufkommt. Unterstrichen wird dieser Eindruck durch eine junge Frau, die mir im Arztkittel entgegen kommt und die Hand reicht. Dann geht es weiter in den Proberaum. Warten da drin nun ein paar Chirurgen mit Munschutz, Skalpell und Chlorophorm, die ahnungslosen Shoppern die Nieren klauen, um sie meistbietend auf eBay zu versteigern? Entwarnung, nur ein Tablett mit einem Wasserglas und einer halben Scheibe Toastbroat. "Zur Neutralisierung der Geschmacksnerven", wird mir erklärt. Wohl eher zum Trockenlegen der Mundhöhle, so alt wie der Toast ist. Als ich bereit bin, drücke ich einen Signalschalter. Das Tablett vor mir dreht sich wie von Geisterhand um 180 Grad und offenbart drei nummerierte und mit Limonade gefüllte Gläser. Ich probiere das erste. Schmeckt wie Spezi. Dann das zweite. Schmeckt auch wie Spezi. Das letzte -- welch Überraschung -- ebenso, nur einen Hauch süßer als die anderen. Ich tippe die entsprechende Zahl in einen Computer und betätige erneut den Knopf. "Oh, schon fertig?" Piece of cake, denke ich und verlasse den Raum. "Vielen Dank für Ihre Teilnahme." Hoffentlich habe ich mit diesen abenteuerlichen sieben Minuten dazu beigetragen, dass in Sachen Softrinks "zuckerfrei" künftig nicht mehr auch "geschmacksfrei" bedeutet. Ein Hoch auf die Forschung.

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Mittwoch, Oktober 28, 2009

Dauert noch

Achso. Nun gut. Dann muss ich wohl noch ein bisschen auf meine Bestellung warten. Ich sollte aus Spaß die Order tätigen und schauen, ob das Paket in 22 Jahren wirklich geliefert wird. Der 20.10.2031 ist übrigens tatsächlich ein Montag.

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Dienstag, Oktober 27, 2009

Top Revival

Nach langer Pause lasse ich meine Top-Listen in Sachen Filme neu aufleben, allerdings unter anderen Vorzeichen. Statt standardmäßige Themen der Marke "meine zehn Lieblings-Regisseure" oder "die besten Hauptdarsteller" abzuklappern, gibt's ab sofort -- sagen wir -- den etwas anderen Blick auf Filme. Die Debüt-Idee stammt von meiner Blog-Stammleserin Bettina: zehn Lieblingsszenen, in denen gesungen wird. Schwierig, aber machbar. Und los geht's...

Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs: Während Faramir und seine Männer einen aussichtslosen Versuch starten, das von den Orks belagerte Osgiliath zurück zu erobern, stimmt Pippin im Thronsaal des Truchsess ein trauriges Lied an. Die Montage des Angriffs, der verzweifelten Mine des Hobbits und der störrischen Ignoranz Denethors, der seinen Sohn wissentlich in den Tod schickt, geht mir auch beim x-ten Mal durch Mark und Bein.

Pans Labyrinth: Eigentlich wird im melancholischen Ende des düsteren Märchens nicht gesungen, dafür aber gesummt, und zwar die gelungene Filmmusik von Javier Navarrete. Erst hört man nur die Stimme des Kindermädchens Carmen, nach und nach drängen sich jedoch die jammernden Violinen in den Vordergrund -- Gänsehaut!

Armageddon: Schauspielern kann Ben Affleck ja nicht, dafür aber zum Abschied von seiner Verlobten ganz gut "Leaving on a Jet Plane" trällern. Wenn dann auch noch Michael Clarke Duncan mit seiner Bassstimme und der schrille Steve Buscemi dazu kommen, muss man einfach schmunzeln.

Borat: Unvergessen! Sasha Baron Cohens Auftritt bei einer Rodeo-Show in Texas. Zur Melodie der amerikanischen Nationalhymne singt er über die Großartigkeit seines Landes Kasachstan.

Tenacious D: Pick of Destiny: So bekloppt wie die Komödie von und mit der Metalband Tenacious D ist, so großartig ist die Musik darin. Vor allem das Finale, in dem Jack Black und Kyle Gass ein Gitarren-Battle gegen den Teufel meistern, lässt mich jedes Mal breit grinsen.

Zurück in die Zukunft: "Ihr seid offenbar noch nicht so weit. Aber eure Kinder werden's lieben", entschuldigt Michael J. Fox seine durchgeknallte Chuck-Berry-Hommage in der sprichwörtlich zeitlosen Zeitreise-Komödie von Robert Zemeckis.

Desperado:
Der Mann kann schauspielern, den Actionhelden geben und verdammt gut singen. Antonio Banderas' Unplugged-Auftritt zu Beginn des so bleigetränkten wie grandiosen Kultfilms lässt keine Zweifel an der Coolness des Export-Spaniers.

King Arthur: Über den Film mag man streiten, ich jedoch schaue ihn ganz gern -- was hauptsächlich an der Musik von Hans Zimmer liegt. Zwischen all der orchestralen Opulenz ist es aber gerade einer der ruhigen Momente, die mich immer wieder erschaudern lassen: der letzte Abend vor einer Kamikaze-Mission, an dem die Ritter der Tafelrunde einer Frau lauschen, die singend um die sichere Rückkehr der Männer bittet.

Die Monster AG: Kurz, aber unglaublich süß: Während die kleine Boo auf der Toilette hockt, stimmt sie mit Mut zur Improvisation "Alle meine Entchen" an.

Con Air: "Was für eine Ironie: Ein Haufen Vollidioten singen in einem Flugzeug zu seinem Song, der durch eine Band berühmt wurde, die durch einen Flugzeug-Absturz ums Leben kam." Treffender als Steve Buscemi hätte die schief gesungene "Sweet Home Alabama"- Hommage an Bord der Con Air nicht beschrieben werden können.

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Freitag, Oktober 23, 2009

Rosarot schlafen

Nach fünf Jahren in der Branche und geschätzt drei Dutzend Entwicklerterminen überall auf dem Erdball kann ich eines mit Gewissheit sagen: Hotels sind irgendwie alle gleich. Bis auf enorm wenige Ausnahmen, etwa das My Brighton, in dem ich die Tage untergebracht war. Dieses trendig-durchgeknallte Eventhaus ist schwer zu beschreiben. Schon im Foyer hatte ich den Eindruck, dass hier wohl ein Innenarchitekt Amok gelaufen sein muss. In den Boden verbaute beleuchtete Kristalle, wellenförmige Wände, Tapeten aus den 70ern, Pastellfarben. Vom ersten optischen Schock erholt begab ich mich auf mein Zimmer, öffnete die Tür -- und sah das:

Als ob Barbie auf den Feng-Shui-Trip gekommen wäre. Rosa Plüschkissen, rosa Indirekt-Beleuchtung, rosa Teppich, rosa Handtücher, rosa Linoleum-Boden. Aaaaaber... und da hatte das Hotel absolut bei mir gewonnen: es gab kostenloses W-LAN, einen Flachbild-Fernseher nebst DVD-Player sowie einen Anschluss für den iPod, der die Musik über die im Zimmer verbauten Deckenlautsprecher krachen ließ -- coole Sache.

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Mittwoch, Oktober 21, 2009

Schockstarre

Kann. Keinen. Blog-Eintrag. Schreiben. Bin. Zu. Geschockt. Morgen geht's nach Brighton. Mit der ersten Maschine. Und die hebt recht früh ab. Um 7.10 Uhr. Warum sollte ich heute überhaupt schlafen gehen?

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Dienstag, Oktober 20, 2009

Selfmade-Abenteuer

Der Kollege Graf stand vorhin bei mir im Büro. Ich solle mal "Warcraft 3" installieren. Er hätte da 'ne lustige Mod. Gesagt getan. Allerdings war die Fan-Erweiterung schnell vergessen, denn Blizzards nach wie vor großartige Strategie-Referenz erinnerte mich daran, dass ich selbst auch mal Levels gebaut habe. Einer davon wurde sogar in der GameStar 11/2002 veröffentlicht.
Gut, die Mission ist völlig fehlgebalanced und deshalb bockschwer, aber ich kontere jetzt einfach mal mit Zwischensequenzen, Skriptereignissen und dem "Herr der Ringe"-Bonus.

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Montag, Oktober 19, 2009

Für die Tonne

Das Aktionsbündnis Winnenden hat am vergangenen Samstag in Stuttgart eine Veranstaltung gegen die so genannten "Killerspiele" organisiert. Jeder Willige konnte vorbeikommen und die böse Software in einen Container werfen. Die neue Art der Bücherver-brennung quasi. Der erhoffte "Erfolg" ist ausgeblieben; gerademal drei Spiele landeten im Müll. Dem ebenfalls anwesenden ZDF (wir erinnern uns alle an die populistische, schlicht falsche Berichterstattung von "Frontal 21" und Co zum Thema "Killerspiele") passte das natürlich nicht in den Kram, weshalb der Sender seine Sichtweise einfach selbst inszenierte -- heimlich gefilmt von einem Zuschauer.

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Samstag, Oktober 17, 2009

Für die Schwaben-Armee

Damit ich es nicht verlerne (was wegen meiner schwäbischen Gene ja eigentlich nicht geht), wollte ich heute mal wieder Kässpätzle zubereiten. Natürlich das komplette Programm: Teig anrühren, Wasser aufsetzen, mit dem Schaber eine Riesensauerei veranstalten, die Spätzle kochen und anschließend in der Pfanne mit Sahne, Käse und jeder Menge Geheimzutaten weiterverarbeiten. All die Theorie hat in der Praxis zwar wunderbar geklappt, einen kleinen Haken gab's dennoch: Ich habe mich wohl minimalst in der Menge verschätzt. Mit dem Resultat, dass ich nun ein halbes Jahr von Spätzle leben kann...

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Mittwoch, Oktober 14, 2009

Ist es kalt hier drin?

Die Heizung ist eingeschaltet.
Die Wolldecke liegt bereit.
Das Tee-Wasser kocht.
Die Nase läuft.

Der Daniel hat noch keinen Bock auf Winter.

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Dienstag, Oktober 13, 2009

Wenn Word redigiert

Die Rechtschreib- und Synonym-Funktion von Microsofts Vorzeige-Textverarbeitung Word trägt bisweilen arg seltsame Früchte. Dieser Vorschlag für den Begriff "Bettler" gehört definitiv zu meinen neuen Lieblingsbeispielen.

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Sonntag, Oktober 11, 2009

Nobel, der Obama

Was für eine bekloppte Debatte, die derzeit zum Thema Barack und sein Friedens-Nobelpreis geführt wird. Ich habe einen ganz simplen Beitrag dazu abzugeben: Obama ist wohl deshalb ausgezeichnet worden, weil er bislang noch nicht so viele Bomben irgendwo abgeworfen hat wie sein Vorgänger Dabbelju im selben Zeitraum. War das zynisch? Vielleicht. Aber warum laufend so ein Aufriss über den Nobel-Preis gemacht wird, erschließt sich mir ohnehin nicht ganz.

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Samstag, Oktober 10, 2009

Böse Welt?


Nicht aus akuter Themen-Armut, sondern (wie auch häufig im Blog der Kollegin Schmitz) nur ein akustisches Abbild meines momentanen Gemütszustandes. Einfach ein wunderschönes Lied...

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Mittwoch, Oktober 07, 2009

Tragen wir's aus

"Bitte keine Werbung, Wochenblätter oder kostenlosen Zeitungen. Vielen Dank."
Als ich früher beim Austragen solche Schilder auf den Briefkästen gesehen habe, war das immer eine helle Freude -- immerhin bedeutete das einen Arbeitsschritt weniger. Gerade deshalb verstehe ich nicht ganz, warum ich trotz eines solchen Hinweises jeden Tag reihenweise Prospekte aus meinem Briefkasten ziehen darf. Sind Austräger in Großstädten schmerzfreier drauf als ihre Kollegen auf dem Land?

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Montag, Oktober 05, 2009

Gefühlschaos

Ärger. Wut. Angst. Zerissenheit. Trauer. Anteilnahme. Verblüffung. Freude. "Dragon Age" ist tatsächlich so geworden, wie ich es erhofft hatte: ein grandios geschriebenes, intensiv erzähltes und derzeit beispielloses Wechelsbad der Gefühle.

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Samstag, Oktober 03, 2009

Vorher. Währenddessen. Danach.



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Donnerstag, Oktober 01, 2009

Spitz, der Name

Da kann ich ja fast froh sein, "Matschi" nur als Redaktions-Spitznamen zu haben...

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