Montag, November 30, 2009

Mix dir ein Hobby

Als ambitionierter Amateurkoch sein Hobby auf Cocktails auszuweiten, hat -- wie ich nun feststellen musste -- auch so seine Schattenseiten.

- Das Beschaffen der gängigsten Zutaten ist enorm zeitaufwändig und kostspielig
- mit acht Flaschen hartem Alkohol an der Supermarkt-Kasse zu stehen, sorgt für verwunderte Blicke bei der Kassiererin
- der Kühlschrank müsste doppelt so groß sein, um all die Fruchtsäfte adäquat lagern zu können
- vernünftige Shaker kosten ein Heidengeld
- plötzlich hat man nicht die passenden Gläser für all die unterschiedlichen Cocktails
- das Ausprobieren der besten Rezepturen sorgt für einen stattlichen Kater am nächsten Morgen
Und yep, die Karte ist selbstfotografiert und -gebastelt ;)

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Sonntag, November 29, 2009

Assassine im Blut

Wenn man mit dem Rad durch München fährt und bei jeder Kirche überlegt, wie man am besten auf die Turmspitze klettern würde, dann hat man wohl zu lange "Assassin's Creed 2" gespielt.

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Freitag, November 27, 2009

Freitagsmusik

Eigentlich nicht ganz meine Musik, doch der Song ist toll. Taucht im Trailer zu "Daybreakers" auf, einem neuen, aber wahrscheinlich nicht gerade wegweisenden Vampirfilm mit Ethan Hawke und Willem Dafoe. Placebo passt trotzdem wunderbar in den Clip...

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Mittwoch, November 25, 2009

Mein Held des Tages

Eigentlich hat er nur einen Knopf gedrückt. Keine große Sache. Doch all die Ereignisse in den Stunden davor haben diese kleine Tat zu einen besonders wichtigen Moment gemacht. Es fing bereits morgens am Münchner Flughafen an, oder besser im Flieger selbst, der wegen starken Sturms in Südengland nicht pünklich abfliegen konnte, weil der Londoner Airport Heathrow das Landungskontingent aus Sicherheitsgründen stark zurückgefahren hatte. So warteten wir also auf die Startfreigabe. Zehn Minuten, 20 Minuten, 40 Minuten. Als es schließlich losging, warnte uns der Pilot bereits vor der wahrscheinlich verzögerten Landung. Flugzeugstau und so. Noch nicht mal den bayerischen Luftraum verlassen hatte ich meinen Termin in London bereits überzogen. Verspätet also in Heathrow gelandet, ging es mit der legendär rüttligen U-Bahn zum Leicester Square. Doch selbst die alle drei Minuten durch die engen Tunnels rauschenden Züge wollten an diesem Tag nicht pünktlich fahren; immer wieder musste meine Bahn zwischendrin halten, um dem zuvor warum auch immer aufgehaltenen Zug genug Vorsprung zu lassen. Verspätung zum Termin: mittlerweile 90 Minuten. Uff. Der Entwicklerbesuch selbst verlief trotzalledem erschreckend planmäßig, was sich gleich wieder bei der Rückreise rächte, die um 19:55 hätte stattfinden sollen. Mit Betonung auf "sollen". Wie für Heathrow üblich verzögerte sich der Start -- erst auf 20:15, dann auf 20:35 und schließlich auf 21:00. Da der Sturm (scheinbar) noch immer tobte, wurden wir abermals in eine schier endlos andauernde Warteschleife geschickt. Die Laune -- schon den ganzen Tag nicht gerade auf der Höhe -- sank mit jeder Viertelstunde. Rückflug. Wackelig. Lang. Ankunft in München: Mitternacht. Genervt, müde und erschöpft schlürfe ich zur S-Bahn. Zwei Minuten noch, bis sie abfährt. Hektisch drücke ich mich durch die bekloppten Menüs des Ticketautomaten. "Hm, ich frag' da mal jemanden", höre ich eine Frau hinter mir in ihr Handy sagen. "Entschuldigung? Brauchen Sie noch ein Ticket in die Stadt? Ich habe eins und mein Mann holt mich gleich ab." Natürlich sage ich zu. Während ich meinen Geldbeutel zücke, linse ich auf die Anzeige. Noch eine Minute. Ticket und Geld wechseln den Besitzer und ich gehe die zwei Schritte zur U-Bahn. In der Sekunde, in der ich die Tür öffnen will, deaktiviert der Fahrer die Automatik, bereit, um loszufahren. Kann das wahr sein? Nach all den Verzögerungen muss ich um die Uhrzeit auch noch mitansehen, wie mir die Bahn vor der Nase wegfährt? Wenn's dicke kommt, dann wohl richtig. Mit einem entnervten Augenrollen drehe ich mich um und will mich setzen. "Da, es geht", ruft mir ein Passant zu. Ich blicke auf die Tür, deren Öffner plötzlich grün aufleuchtet. Der U-Bahn-Fahrer hatte mich wohl im Spiegel gesehen. Und auf den Knopf gedrückt. Mein Held des Tages.

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Montag, November 23, 2009

Weisheiten des Tages

- Der ICQ ist kein Grad der Intelligenz.
- Rückenwind ist nur auf dem Hinweg super.
- Wenn man Pfeifen sieht, hat man wohl Tinnitus im Auge.
- Mit dem PC löst man Probleme, die man ohne ihn nicht hatte.
- Stau ist nur hinten blöd. Vorne geht's.
- Vegetarier essen unserem Essen das Essen weg.

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Sonntag, November 22, 2009

Doppelt spielt besser

Gestern an der Kasse beim Media Markt. Ich lege der Kassiererin zwei 360-Exemplare von "Assassin's Creed 2" hin. Ihrem so kurzen wie skeptischen Blick folgt ein schnippischer Kommentar: "Das ist zweimal dasselbe...!" - "Ach wissen Sie", entgegne ich ihr. "Das Spiel macht so viel Laune, dass ich es gleich zweimal durchzocken will." Die Fragezeichen über dem Kopf der Dame fand ich in dem Moment so lustig, dass ich gar nicht aufklären wollte, dass ich für einen Kollegen ein Spiel mitnähme. Hätte sie auch selbst drauf kommen können...

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Freitag, November 20, 2009

Klamotten-Rock

Plastik-Gitarren-Controller waren gestern:

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Donnerstag, November 19, 2009

Wer hat's erfunden?

Der Kollege Graf und ich sprachen kürzlich über die Entwicklung des Menschen, oder vielmehr über die Entwicklung menschlicher Technologien. Welche Erfindungen haben unser Dasein auf diesem Planeten elementar verändert? Ohne was hätten wir niemals überleben können. Nach langem Hin und her waren Micha und ich uns einig. Diese fünf Erfindungen sind die wichtigsten Erfindungen, die die Menschheit je erfinden konnte:

Das Rad
weil es unumstritten die cleverste Art ist, Millionen Probleme zu lösen und den Weg für alle folgenden Errungenschaften geebnet hat.

Gaffer-Tape
weil es die Welt zusammenhält. Selbst undichte Tupper-Schüsseln lassen sich mit dem stabilen Klebeband zuverlässig verschließen.

Kräuterbutter in der Tube
weil sie nicht so schnell schmilzt und länger haltbar ist als das in Würfelform verpackte Pendant.

Photoshop
weil man damit selbst Uschi "das sind keine Falten, das sind Schluchten" Glas in Megan Fox verwandeln kann.

und last but not least
Puffreis
weil er in seiner Grundform fett-, zucker- und cholesterinfrei ist. Fügt man jedoch Fett, Zucker oder Cholesterin hinzu, kann Puffreis nach zigtausend unterschiedlichen Sachen schmecken.

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Montag, November 16, 2009

Der Nerv der Zeit

Kumpel Steve hat am vergangenen Freitag die "Hobby & Elektronik" in Stuttgart besucht. Zeitgleich fand dort auch die Süddeutsche Spielemesse statt, auf der man sich unter anderem die Nominierten für den Titel "Spiel des Jahres" anschauen konnte. "Die Siedler von Catan" gehört beispielsweise zu den prominentesten Inhabern dieses hochdotierten Preises. Der Kandidat hier hat übrigens nicht gewonnen. Wäre zur Zeit auch ein arg blöder Zufall gewesen...

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Sonntag, November 15, 2009

I'm good!

Wie lustig man eine geballte Packung Selbstironie präsentieren kann:

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Freitag, November 13, 2009

Ridley geht über Los

Ridley Scott, meiner Meinung nach einer der besten Regisseure unserer Zeit, macht Ernst, denn seine Verfilmung des Brettspiel-Klassikers "Monopoly" nimmt immer konkretere Züge an. Seit es erste Gerüchte um das Projekt gab, stellten sich allerdings viele die Frage, wie man eine solche Vorlage überhaupt auf die Leinwand bringen könnte. Ganz einfach, wie Scott nun verriet: Es geht um einen leidenschaftlichen Fan, der durch eine magische Ereigniskarte nach Monopoly-City katapultiert wird und dort gegen die Parker-Brothers, also die Erfinder des Spiels, antreten muss. Wenn man bedenkt, wie Ridley Scott in jedem seiner Filme in der Lage ist, in sich stimmige Szenarien zu erschaffen -- sei es Mogadishu ("Black Hawk Down"), das antike Rom ("Gladiator") düstere Science-fiction ("Blade Runnder", "Alien") oder ein Bilderbuch-Frankreich ("Ein gutes Jahr") --, könnte sein "Monopoly"-Film durchaus was werden. Solange er nicht zu einem neuen "Jumanji" verkommt. *schauder*

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Dienstag, November 10, 2009

Schockschwerenot

Teil 2 meiner Top-Listen in Sachen Filme. Diesmal geht's um schockierende, aufwühlende und verstörende Szenen, die nur mit Vorsicht zu genießen sind und die mir gerade deshalb besonders im Gedächtnis haften geblieben sind -- im Guten wie im Schlechten.

Irreversibel: Eigentlich ist der ganze Film ein enorm verstörendes Erlebnis, doch eine Szene in dem rückwärts erzählten Experimental-Thriller ist besonders schockierend: Eine junge Frau, gespielt von Monica Belucci, wird in einer Straßenunterführung verprügelt und brutal vergewaltigt, was der Regisseur in einer minutenlangen Sequenz ohne Schnitt zeigt. Kaum zu ertragen.

Der Exorzist: "Deine Mutter lutscht Schwänze in der Hölle!" brüllt die von einem Dämon besessene Regan, während sie sich immer wieder ein Kruzifix zwischen die blutigen Beine rammt. Auch nach 36 Jahren ist William Friedkins skandalöser Horrorklassiker nur nervenstarken Filmschauern zu empfehlen -- auch und eben wegen jener Szene.

Ken Park: Die heiß diskutierte Sozialstudie vom "Kids"-Regisseur Larry Clark überschreitet mehrfach die Grenze zur pornografischen Darstellung. Der "Höhepunkt" dieses Stilmittels ist eine Szene, in der der Jugendliche Claude -- während er sich zu erhängen versucht -- masturbiert, was der Film bis zum Sch(l)uss in allen Details zeigt.

Flug 93: Oh, es gibt eine Menge unnötiger Filme zum 11. September, doch Paul Greengrass' Dokufiktion ist eine herausragende Ausnahme. Auch wenn man weiß, was passiert, wann es passiert und wie es passiert, jagt mir die Szene, in der das zweite Flugzeug ins World Trade Center kracht, auch beim x-ten Mal einen eiskalten Schauer über den Rücken.

Die Passion Christi: Mel Gibsons so pompöse wie blutgetränkte Holzhammer-Predikt war zurecht einer der am kontroversesten diskutierten Filme der letzten Dekade. Meinen stets in einer Mischung aus Bestürzung und Ekel bestehenden Gesichtsausdruck während der heftigen Kreuzigungsszene möchte ich jedenfalls nicht fotografiert haben.

Saw: Eigentlich sieht man nicht viel, doch die Vorstellung davon, wie sich ein Mensch selbst den Fuß absägt, bedarf keiner drastischen Splatter-Effekte und lässt mich jedes Mal angewiedert die Augen zusammenkneifen.

Philadelphia: Gefeuert wegen Aids. Andrew Beckett fordert Gerechtigkeit, doch kein Anwalt will dem HIV-Infizierten helfen. Als sich auch Andrews einstiger Jura-Rivale und nun letzte Hoffnung Joe Miller gegen ihn entscheidet, tritt er aus dessen Büro auf die Straße, blickt ins Leere und kämpft mit den Tränen. Zehn Sekunden nur dauert dieser von Tom Hanks grandios gespielte Moment, doch er geht mir jedes Mal durch Mark und Bein.

Der Nebel: Frank Darabonts subtil-gruselige Stephen-King-Verfilmung kann man mögen, für ihr mutiges und vom Roman abweichendes Ende muss man sie lieben. Der Ausgang der Geschichte kommt unerwartet und haut zumindest mir mit vollem Anlauf in die Magengrube.

Star Wars Episode 1: aufwühlend, schockierend, verstörend. Jar Jar Binks ist die furchtbarste Gestalt, die jemals eine Autorenfeder verlassen hat.

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Sonntag, November 08, 2009

Überwintern

Als überzeugter Radler fällt es mir ja leicht, über schlechtes Wetter zu jammern. Heute, an einem Sonntag, an dem man nicht nach draußen musste, war die neblige Eiseskälte jedoch geradezu ein Segen.
- lang geschlafen *check*
- episch gefrühstückt *check*
- heiße Schokolade zubereitet *check*
- die Jalousien unten gelassen *check*
- ein brachiales Soundgewitter im Wohnzimmer (Transformers 2,
Call of Duty) abgefeuert *check*
- Pyjama den ganzen Tag nicht ausgezogen *check*
Und das ohne schlechtes Gewissen. Der nebligen Eiseskälte sei Dank.

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Freitag, November 06, 2009

Call of Dummheit

Ich kann nicht mehr als ungeheuer sauer zu sein. Sauer auf Activision Blizzard und Infinity Ward. Weil die beiden Firmen mit "Call of Duty: Modern Warfare 2" eine bodenlose Dummheit verbrochen haben. Die Rede ist von der seit Anfang dieser Woche berühmt-berüchtigten Flughafen-Mission, in der man als Undercover-Agent einem Anschlag russischer Terroristen beiwohnen muss.
Nun, gewalthaltige Spiele gibt es seit Anbeginn ihrer Geschichte. Und dass darin (virtuelle) Menschen ums Leben kommen, ist bekannt. Mit welcher Skrupellosigkeit "Modern Warfare 2" hingegen dieses Flughafen-Massaker zeigt, erschüttert mich zutiefst. Es liegt nicht an der hohen Opferzahl oder an spritzenden Blutfontänen. Es liegt an der unreflektierten Darstellung dieses schrecklichen Amoklaufs. Wortlos marschieren die Terroristen durch das Terminal, strecken wahllos panisch fliehende Passagiere nieder. Über die Motivation, die dahinter steckt, verliert das Spiel kein Wort. Stattdessen muss man nebenher laufen, als reaktions- und gesichtsloser Beobachter, unfähig, etwas gegen das Morden zu unternehmen. Die von den Entwicklern angeblich angestrebte Empathie bleibt aus, weil jegliche Reaktion der eigenen Spielfigur fehlt.
Dass man die Mission überspringen kann, halte ich für einen heuchlerischen PR-Gag. Wer will schon bei einem so kurzen wie teuren Spiel einen Abschnitt verpassen? Activision Blizzard beweist damit jeglichen Mangel an Feingefühl und setzt die Hemmschwelle so weit wie möglich herunter. Schlimmer noch: Diese Szene liefert beste Munition für all die CSU-Politiker und Spielegegner da draußen, die seit Jahren nach Verboten schreien. Die müssen nun nicht mehr fadenscheinige Behauptungen aufstellen und sie mit halbgaren, passend geschnittenen Aufnahmen aus "Counterstrike" oder "GTA 4" untermauern. Ab sofort reicht es, "Modern Warfare 2" im Fernsehen zu zeigen, und jeder Zuschauer wird entsetzt aufschreien: "Was um alles in der Welt ist das denn?"
Und sie werden Recht haben.

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Donnerstag, November 05, 2009

last.fm at last

Hm. Es ist mindestens zwei Jahre her, als mich mein Kumpel Steve auf den Social-Community-Internetradio-Mix last.fm aufmerksam gemacht hat. Doch nach der Anmeldung damals -- es schlug gerade 1 Uhr -- ging ich ins Bett und hatte das Thema tags darauf schlicht vergessen. 24 Monate später. Heute. "Achduje, da gibt's ja noch das Konto bei last.fm", schießt mir durch den Kopf. Ich logge mich ein (das Passwort fiel mir erschreckenderweise auf Anhieb ein) -- und war verloren. Wie großartig diese Seite doch ist. Trage ein paar Lieblings-Interpreten ein, und die Datenbank stellt aus diesen und ähnlichen Musikern eine Songliste zusammen. Über welche Geheimtipps und Bands der Marke "Ach ja, die gibt's ja auch noch" ich bereits nach einer halben Stunde gestolpert bin, füllt mindestens zwei DinA-4-Seiten. Meine bisherige MP3-Sammlung macht jetzt erstmal Pause. Ne ganze Weile. Zwei Jahre vielleicht.

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Dienstag, November 03, 2009

Firma der Superlative

Sonntag, November 01, 2009

2012

Mehr geht immer. Erst legten außerirdische Raumschiffe unsere Großstädte in Schutt und Asche ("Independence Day", 1996), dann hinterließ eine stinksaure Riesenechse eine Schneise der Zerstörung in New York ("Godzilla", 1998), und schließlich rächte sich Mutter Natur höchst selbst mit einer globalen Eiszeit an der Menschheit ("The Day after Tomorrow", 2004). Doch wer dachte, medizinballgroße Hagelkörner, Wirbelstürme in Los Angeles und Tsunamis, die Manhattan hinfort spülen, seien die Grenzen des Katastrophenfilms, hat nicht mit Roland Emmerich gerechnet. Der deutsche Master of Desaster macht seinem Titel alle Ehre und liefert mit "2012" einen Genrefilm ab, der in Sachen Trümmer pro Sekunde die Messlatte für künftige Produktionen gewaltig nach oben schraubt.
Wirft man einen Blick auf seine bisherigen Filme, möchte man meinen, Roland Emmerich könne nichts anderes als die Menschheit in immer gewaltigerem Getöse untergehen zu lassen. "2012" verstärkt diesen Eindruck, denn auch hier greift der Regisseur auf altbewährte Muster zurück. Risse in den Straßen von Los Angeles, ein brodelnder See im Yellowstone Nationalpark und ein Kreuzfahrtschiff, das durch eine plötzliche Welle an den Hafenpier von San Francisco gedrückt wird, bauen in der ersten halben Stunde die für den Rest des Films benötigte bedrohliche Grundstimmung auf. Mittendrin finden sich die üblichen Figurenklischees: der von Familienproblemen geplagte gescheiterte Autor (John Cusack), der Wissenschaftler, dem keiner glaubt (Chiwetel Ejiofor), der ignorante Regierungsberater (Oliver Platt) und ein selbstloser US-Präsident (Danny Glover) bilden die Riege an Abziehbildern, wie sie in jedem Katastrophenfilm vorkommen. Sich mit solchen Charakteren zu identifizieren, fällt wegen der fehlenden Tiefe schwer. Auch die laufend von allen Beteiligten befürchtete Anarchie und das Chaos im Angesicht des drohenden Untergangs zeigt Emmerich nur am Rande in vereinzelten Fernsehübertragungen -- zu wenig, um den Zuschauer emotional zu packen. Auch das dick aufgetragene Pathos der Marke "Wir halten zusammen" (das übrigens selbst Emmerichs schwülstiges Südstaaten-Drama "Der Patriot" alt aussehen lässt) nervt auf Dauer.
Zugegeben, wer sich einen Roland-Emmerich-Film anschaut, der sollte nicht auf die Schwächen des Drehbuchs achten, sondern vor allem spektakuläre Effekte erwarten. Hier zieht der in Sindelfingen geborene Regisseur alle Register. Wie ein Erdbeben der Stärke 10,5 Los Angeles in Schutt und Asche legt, ist ein zehnminütiges Paradebeispiel dafür, wozu die Tricktechnik heutzutage in der Lage ist. Emmerichs Effektkünstler zerlegen L.A. optisch derart eindrucksvoll und endgültig, dass man der auch in Wahrheit von regelmäßigen Rüttlern gebeutelten Millionen-Metropole erst mal keinen Besuch mehr abstatten möchte. Neben bebender Erde lässt Emmerich auch jede Menge anderer Naturkatastrophen über die Menschheit hereinbrechen. Ob gigantische Vulkanausbrüche, Städte verschlingende weil aufreißende Kontinentalplatten oder Flutwellen, die selbst über die 8.000 Meter hohen Gipfel des Himalayas schwappen, in "2012" ist eine Sequenz spektakulärer als die andere. Ironischerweise kommt die gigantische Zerstörungsorgie im vor einigen Monaten veröffentlichten Trailer schlechter rüber, als im eigentlichen Film. Lasst euch also nicht von den Werbeclips abschrecken; "2012" ist der in Sachen Ton- und Bildeffekte mit Abstand eindrucksvollste Film des Jahres und dürfte im kommenden Frühjahr entsprechende Oscar-Nominierungen einsacken.
Trotz seiner überlangen Laufzeit von 158 Minuten kommt in "2012" keine Langweile auf. Das hat der Film nicht nur seinen großen Schauwerten, sondern auch seiner guten Besetzung und dem wohl dosierten Humor zu verdanken. Selbst in Momenten größter Dramatik platziert Emmerich gekonnt charmante Schmunzler und so manch gelungenen Witz. Da mag man es dem Regisseur verzeihen, dass in seinem Trümmerfilm nicht nur die Welt, sondern auch die Logik regelmäßig den Bach runter geht. Eine Limousine, die mit Vollgas durch einen gerade einstürzenden Wolkenkratzer brettert, gehört da noch zu den harmloseren Beispielen. Sei’s drum, denn was der Film will, das meistert er mit Bravour: dem Zuschauer beste Popcorn-Unterhaltung zu liefern. Klar, wer anspruchsvolles Arthaus-Kino erwartet, ist hier definitiv falsch. Alle anderen hingegen bekommen einen eindrucksvollen Krachmacher serviert, für den die große Leinwand wie geschaffen ist. Langsam sollte sich Emmerich aber nach einem neuen Genre umsehen, denn dieses Spektakel zu übertreffen, dürfte selbst dem König der Katastrophen schwerfallen. Gibt 4 von 5 Danis.

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