Teil 2 meiner Top-Listen in Sachen Filme. Diesmal geht's um schockierende, aufwühlende und verstörende Szenen, die nur mit Vorsicht zu genießen sind und die mir gerade deshalb besonders im Gedächtnis haften geblieben sind -- im Guten wie im Schlechten.
Irreversibel: Eigentlich ist der ganze Film ein enorm verstörendes Erlebnis, doch eine Szene in dem rückwärts erzählten Experimental-Thriller ist besonders schockierend: Eine junge Frau, gespielt von Monica Belucci, wird in einer Straßenunterführung verprügelt und brutal vergewaltigt, was der Regisseur in einer minutenlangen Sequenz ohne Schnitt zeigt. Kaum zu ertragen.
Der Exorzist: "Deine Mutter lutscht Schwänze in der Hölle!" brüllt die von einem Dämon besessene Regan, während sie sich immer wieder ein Kruzifix zwischen die blutigen Beine rammt. Auch nach 36 Jahren ist William Friedkins skandalöser Horrorklassiker nur nervenstarken Filmschauern zu empfehlen -- auch und eben wegen jener Szene.
Ken Park: Die heiß diskutierte Sozialstudie vom "Kids"-Regisseur Larry Clark überschreitet mehrfach die Grenze zur pornografischen Darstellung. Der "Höhepunkt" dieses Stilmittels ist eine Szene, in der der Jugendliche Claude -- während er sich zu erhängen versucht -- masturbiert, was der Film bis zum Sch(l)uss in allen Details zeigt.
Flug 93: Oh, es gibt eine Menge unnötiger Filme zum 11. September, doch Paul Greengrass' Dokufiktion ist eine herausragende Ausnahme. Auch wenn man weiß, was passiert, wann es passiert und wie es passiert, jagt mir die Szene, in der das zweite Flugzeug ins World Trade Center kracht, auch beim x-ten Mal einen eiskalten Schauer über den Rücken.
Die Passion Christi: Mel Gibsons so pompöse wie blutgetränkte Holzhammer-Predikt war zurecht einer der am kontroversesten diskutierten Filme der letzten Dekade. Meinen stets in einer Mischung aus Bestürzung und Ekel bestehenden Gesichtsausdruck während der heftigen Kreuzigungsszene möchte ich jedenfalls nicht fotografiert haben.
Saw: Eigentlich sieht man nicht viel, doch die Vorstellung davon, wie sich ein Mensch selbst den Fuß absägt, bedarf keiner drastischen Splatter-Effekte und lässt mich jedes Mal angewiedert die Augen zusammenkneifen.
Philadelphia: Gefeuert wegen Aids. Andrew Beckett fordert Gerechtigkeit, doch kein Anwalt will dem HIV-Infizierten helfen. Als sich auch Andrews einstiger Jura-Rivale und nun letzte Hoffnung Joe Miller gegen ihn entscheidet, tritt er aus dessen Büro auf die Straße, blickt ins Leere und kämpft mit den Tränen. Zehn Sekunden nur dauert dieser von Tom Hanks grandios gespielte Moment, doch er geht mir jedes Mal durch Mark und Bein.
Der Nebel: Frank Darabonts subtil-gruselige Stephen-King-Verfilmung kann man mögen, für ihr mutiges und vom Roman abweichendes Ende muss man sie lieben. Der Ausgang der Geschichte kommt unerwartet und haut zumindest mir mit vollem Anlauf in die Magengrube.
Star Wars Episode 1: aufwühlend, schockierend, verstörend. Jar Jar Binks ist die furchtbarste Gestalt, die jemals eine Autorenfeder verlassen hat.
Labels: Filme