Fäden direkt oberhalb des Hinterns gezogen zu bekommen ist der sprichwörtliche Pain in the Ass. Als ob da jemand Haare einzeln rauszieht, die mit einer Riesenwurzel in der Haut stecken. Wenigstens ging mit dieser Tortur meine offizielle Genesung einher. An dieser Stelle auch vielen Dank für eure Anteilnahme an meiner Situation. Nun, ab Montag hat mich also der Alltag wieder -- endlich! Zeit, um die letzten vier Wochen kurz revue passieren zu lassen:
- Drainagen-Flaschen, die man 24 Stunden lang mit sich herum tragen muss, sind unappetitlich und echt kein Spaß
- egal wie atmungsaktiv sterile Verbände sein mögen, nach einem Monat streikt selbst die hartnäckigste Haut und revangiert sich mit fiesen Rötungen und noch fieseren Ausschlägen
- im Schnitt habe ich bei meinen allzweitäglichen Terminen 75 Minuten im Wartebereich des Klinikums verbracht -- obwohl der Verbandswechsel selbst jedes Mal nach fünf Minuten erledigt war
- einen Tag von 7:00 bis 21:00 Uhr nüchtern zu verbringen, ist eine "interessante" Erfahrung
- auf zwei Vollnarkosen innerhalb von zwei Wochen hat ein Körper offenbar keine Lust und bedankt sich mit ohnmachtsähnlichen Kreislaufausfällen und Essen, das einem sofort wieder durch den Kopf geht
- wenn man an einen Punkt kommt, an dem man eine unangenehme Geschichte endlich abgehakt wissen will, vergisst man sogar ein wenig die tief sitzende Spritzen-Phobie. Nächste Woche freiwillig Blutspenden gehe ich deswegen aber noch lange nicht.
- die wegen meiner zeitweiligen Unbeweglichkeit ungelenke und unbequeme Art Treppen zu steigen muss ich mir nun erst wieder abgewöhnen
- Zitat Fabian: "Jetzt haste ne Narbe, jetzt biste ein Mann!" - Aber musste das Ding gleich zehn Zentimeter lang sein? Zweites Zitat von Fabian: "Yeah!"
- 1.900 Gamerscore. In vier Wochen. Mit fünf Spielen. Gar nicht ganz schlecht...
- unfreiwilliges Aufstocken der eigenen Haus-Apotheke mit Verbänden, Pflastern, antibakteriellen Salben, Desinfektionsspray und Schmerzmitteln abgeschlossen -- was soll ich jetzt nur mit all dem Zeug...?
Was jetzt folgt? Ein episches Frühstück, ein langer Spaziergang in der Sonne -- und das Lesen und Löschen von 738 Geschäfts-Mails.
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